Newsletter

Donnerstag,

BaFin bemängelt Beschreibung der Governance-Systeme von Versicherern

Es ist mal wieder Berichtssaison.

Die Versicherungsunternehmen (VU) waren angehalten, gemäß den internationalen regulatorischen Vorgaben von Solvency II ihre SFCR-Berichte (Solvency and Financial Condition Reports) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – kurz BaFin – einzureichen. Dies geschah 2018 bereits zum zweiten Mal.

 


Nach der ersten Einreichung in 2017 war die BaFin mit der Qualität der eingereichten Berichte nicht besonders zufrieden, hatten doch viele VU einfach „copy and paste“ aus ihren Jahresabschlüssen betrieben und die Beschreibung ihrer finanziellen und organisatorischen Situation mit allgemeingültigen Worthülsen umrissen.

 

Wie die BaFin in der aktuellen Ausgabe ihres BaFin-Journals (September 2018, www.bafin.de/dok/11490404) schreibt, haben die VUen die Qualität der Berichte zwar deutlich verbessert, dennoch habe aber der zweite Durchlauf der Offenlegung gezeigt, dass „das zu fordernde Qualitätsniveau immer noch nicht erreicht ist“!

 

Daher drängt die BaFin auf eine weitere Optimierung der SFCR-Berichte.

Wie die Aufsicht weiter bemerkt, waren im vergangenen Jahr kaum unternehmensspezifische Aussagen – insbesondere zum Governance-System – ein wesentlicher Kritikpunkt der Aufsicht. Trotz einiger Fortschritte bestehe dieses Defizit noch immer fort.

 

Was heißt das für die Zukunft?

Die Unternehmen müssen in ihren SFCR-Berichten 5 Bereiche offenlegen:

 

  • Geschäftstätigkeit und -ergebnis,
  • Governance-System,
  • Risikoprofil,
  • Bewertung für Solvabilitätszwecke und
  • Kapitalmanagement.

 

Während die monetären und rechnerischen Vorgaben von den Versicherern deutlich besser beschrieben werden, hapert es immer noch an den Beschreibungen der organisatorischen Ausrichtungen.

 

Die Tatsache, dass die VUen zum zweiten Mal den Anforderungen der BaFin bei der Beschreibung ihrer Governance-Systeme nicht genügen, zeigt deutlich, dass in breiten Teilen der Assekuranz noch Lücken in der Ordnung der Aufbau- und Ablauforganisation bestehen.

 

Hier sind die Banken immer noch einen Schritt voraus!

 

Zwingen die MaRisk (gem. AT 5) die Kreditinstitute doch schon deutlich länger, dass Geschäftsaktivitäten nur auf Basis von schriftlich fixierten Ordnungen (sfO) betrieben werden dürfen. Hier haben die Banken in den letzten Jahren einiges investiert. Die analoge Anweisung für die VUen aus MaGo 8.3 scheint bei weitem noch nicht entsprechend umgesetzt, was die BaFin mit dem Hinweis auf unzureichende Beschreibung der Governance-Systeme treffend bemängelt.

 

Versicherer müssen nicht nur wissen, was sie tun, sondern sie müssen auch nachweisbar und aktuell dokumentieren, wie sie es tun. Und dies gilt nicht nur für die Schlüsselfunktionen (wie beispielsweise das Risikomanagement), sondern für sämtliche Bereiche des Versicherungsbetriebes. Daher kommen die Unternehmen nicht umhin, ihre gesamte Aufbau- und Ablauforganisation mit modernen Business-Process-Tools zu dokumentieren, diese in die bestehenden Reportingstrukturen einzubetten und permanent aktuell zu halten.

 

Hier wird auf die Versicherer in den nächsten Jahren deutlich zusätzlicher Arbeits- und Organisationsbedarf zukommen, welcher ohne die Hilfe von externen Experten kaum zu bewältigen ist.

 

Die BaFin wird es nicht bei globalen Bewertungen belassen, sondern in den konkreten Prüfungen auch die Governance-Systeme intensiv beleuchten und bewerten.

 

Mit der FINCON-Schnellanalyse können wir kurzfristig ein valides Bild über das Governance-System erstellen und Handlungsempfehlungen ableiten. Diese werden in einem zweiten Schritt konzeptioniert und verprobt. In einem dritten Schritt erfolgt dann die unternehmensweite Umsetzung der Konzeption.

 

Der Autor des Artikels, Ingo Ignatzi, ist als Senior Managing Consultant Spezialist für regulatorische Projekte bei FINCON. Er bringt über 18 Jahre Projekterfahrung – davon 14 Jahre als Management Consultant – mit.

 

 

 

Lassen Sie uns jetzt reden.

Sie haben direkt Fragen? Dann füllen Sie einfach unser Kontaktformular aus.
Mit "*" gekennzeichnete Angaben sind Pflichtangaben.

Rufen Sie uns an

 

Rufen Sie uns an

 

Tel: +49 40 650565-0

Hamburg

Dorotheenstraße 64

22301 Hamburg

 

Tel: +49 40 650565-0

Fax: +49 40 650565-25

 

Berlin

Am Borsigturm 29

13507 Berlin

 

Tel: +49 30 2532150-0

Fax: +49 30 2532150-25

Bremen

Otto-Lilienthal-Str. 29

28199 Bremen

 

Tel: +49 421 80072-0

 

Frankfurt / Main

Kastor-Tower, 20. Etage
Platz der Einheit 1
60327 Frankfurt/Main

 

Tel: +49 69 9511664-88
Fax: +49 69 9511664-25

Köln

Sachsenring 69
50677 Köln

 

Tel: +49 221 937097-0
Fax: +49 221 937097-20

München

c/o acondas GmbH

Innere Wiener Strasse 5
81667 München

Münster

Langeworth 91
48159 Münster

 

Tel: +49 251 28711-19
Fax: +49 251 28711-18