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BaFin konkretisiert die MaGo für kleine Versicherungsunternehmen

Die BaFin bittet seit November 2019 um Konsultation zu ihrem Entwurf der MaGo für kleine Versicherungsunternehmen (VU). Das bedeutet nicht, dass große Versicherer nicht trotzdem einen Blick hineinwerfen sollten. Denn außer den Erleichterungen für kleine Versicherer beantwortet der Entwurf auch wichtige Fragen für die großen Unternehmen.

 


Am 25.01.2017 wurde das Rundschreiben 2/2017 (VA) "Aufsichtsrechtliche Mindestanforderungen an die Geschäftsorganisation von Versicherungsunternehmen (MaGo)" veröffentlicht. In dessen Anwendungsbereich fallen alle Unternehmen, auf die die Rahmenrichtlinie 2009/138/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25.11.2009 (Solvency II) anwendbar ist.

 

Die vom Rundschreiben 2/2017 (VA) nicht erfassten kleinen Versicherungsunternehmen nach § 211 VAG, die nach dem VAG die für Solvency II-Unternehmen geltenden Anforderungen an die Geschäftsorganisation in einem bestimmten Maße erfüllen müssen, werden vom vorgesehenen neuen Rundschreiben erfasst.

 

Natürlich ist zuerst die Frage zu klären, welche Erleichterungen das Rundschreiben für kleine Versicherer bereithält. Dabei fällt auf, dass die 4 Schlüsselfunktionen (Compliance, Interne Revision, Unabhängige Risikokontrollfunktion und die versicherungsmathematische Funktion) keine Erwähnung mehr finden. Es bleibt vielmehr dabei, den Geschäftsleitern eines Unternehmens die Gesamtverantwortung für die ordnungsgemäße und wirksame Geschäftsorganisation zu überlassen. Das wird auch durch ein separates Kapitel zum Thema Risikokultur (in der gültigen Fassung der MaGo noch als Randthema behandelt) bestätigt.

 

Die Geschäftsleitung soll dafür Sorge tragen, eine entsprechende Kultur zu entwickeln und diese im Unternehmen zu kommunizieren und zu etablieren. Sie soll beim Aufbau von Risiken mit dem Risikomanagement und den internen Kontrollen verknüpft werden.

 

Weiterhin findet für die kleinen Unternehmen eine Vereinfachung des Risikomanagementsystems statt. So wird nicht mehr detailliert auf die Leitlinien für das Aktiv-Passiv-Management, das Anlagerisiko und das Liquiditätsrisiko eingegangen. Außerdem werden keine unternehmensindividuellen Stresstests für kleinere VU gefordert.

Inwiefern diese und andere Vereinfachungen die kleinen Versicherungsunternehmen letztendlich stärken oder effizienter arbeiten lassen, bleibt abzuwarten.

Die aus unserer Sicht viel wichtigere Frage ist, ob diese Konkretisierung auch für alle anderen Versicherer zu Vereinfachungen führt?

Diese Frage wird in der Konsultationsfassung nur indirekt beantwortet.

 

Es ist davon auszugehen, dass alles das, was für die kleinen Versicherer verlangt wird, für die großen Versicherer umso mehr gelten wird und seitens der BaFin einer noch detaillierteren Prüfung unterzogen wird.

 

Wesentliche Bestandteile, die im Wortlaut aus der gültigen Fassung der MaGo übernommen wurden, sind das Proportionalitätsprinzip, die Governance-Anforderungen und das interne Kontrollsystem. Wenn auch etwas vereinfacht, ist das Risikomanagementsystem weiterhin ein wesentlicher Bestandteil der Anforderungen und sollte für jede Prüfung der Aufsicht auf dem aktuellsten Stand sein.

 

Über allem wird auch in Zukunft die umfangreiche und lückenlose Dokumentation der getroffenen Maßnahmen stehen.

Die Vereinfachung der Anforderungen zielt primär auf die definierte Unternehmensgröße ab, auch wenn aus dem Konsultationsentwurf den "Großen" Lösungsansätze für deren Organisationsaufgaben zu entnehmen sind.

 

Das von der Aufsicht verfolgte Ziel, Transparenz und Vertrauen auf der Kundenseite zu schaffen, bleibt bestehen und sollte bei allen Maßnahmen das oberste Ziel sein.

Mit ihrer Expertise im Versicherungsumfeld und in aufsichtsrechtlichen Belangen kann FINCON dabei helfen, diese Ziele zu erreichen.

 

Der Autor des Artikels, Pascal Görsch, ist Consultant im Kompetenzcenter Regulatorisches Prozessmanagement bei der FINCON und seit 10 Jahren in der Versicherungswirtschaft tätig.

 

 

 

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