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Entkommen Sie der "Testing-Falle" im Meldewesen-Test

Unzulänglichkeiten in der Umsetzungskonzeption und Diskrepanzen in den Anforderungen werden im Testablauf oftmals zu spät erkannt. Diese "Testing-Falle" kann durch den Einsatz von fachlich versierten Meldewesen-Experten nicht nur im Abnahmetest, sondern auch in den vorgelagerten Testphasen – inklusive der dem Meldesystem zuliefernden Anwendungen – vermieden werden.


In den Meldewesen-Tests wird in der Regel erst im Fachtest die Anlieferung der Eingangsdaten analysiert und deren Ausweis in den Meldedateien nachvollzogen. An der vorgelagerten Testphase des Systemtests sind Fachtester nicht beteiligt. Die verschiedenen Testphasen sind bei Bedarf mehrfach zu durchlaufen und überlappen sich zeitlich.


> Abbildung 1 "Tesphasen" anschauen

 

Die fachbezogenen Testaktivitäten unterscheiden sich inhaltlich aufgrund der unterschiedlichen Strukturen der Meldungen: Falldarstellung der Kreditmeldungen, Summen/Formularausweise in den statistischen Meldungen sowie die Einreichung von Datamarts (Anacredit, Einreicherdatei EinSi) machen unterschiedliche Vorgehensweisen erforderlich.

 

Ein weiteres Merkmal der Meldewesen-Tests sind komplexe Anlieferungsstrukturen der Eingangsdaten, die zunächst in einem oder mehreren Ursprungssystemen enthalten sind. Sie werden in der Regel in einem Datawarehouse gesammelt und an die Meldeanwendung weitergeleitet. Ein Rechenkern – wie z.B. der SAP-Bank Analyser – ist in der Regel zur Ermittlung von Risikokennzahlen oder als Golden-Source zwischengeschaltet, bevor die Daten in die Meldeanwendung (ABACUS\DaVinci, BAIS, zeb.control…) gelangen.

 

Es bestehen vielseitige Abhängigkeiten der Meldedaten untereinander. Häufig haben fachliche Änderungen der Meldewesen-Regulatorik ungewollte Datenänderungen innerhalb eines Releases zur Folge. Erschwert wird der Projekt- und Testerfolg durch die Fülle der Testgegenstände sowie ein enges Projekt- und Testzeitfenster, um nur einige der Herausforderungen zu erwähnen.

 

In den Testprozeduren der jeweiligen Teilsysteme und der Systemtests der Meldewesen-Applikation werden allenfalls an den Systemschnittstellen übergreifende Testhandlungen auf Basis synthetischer Testdaten vorgenommen. Diese haben oft nicht die Testqualität der Ergebnisse der Echtdatentests in der RIT-Phase.

 

Eine Möglichkeit, die Testherausforderungen besser zu meistern und den erfolgreichen Abschluss des Meldewesen-Tests zu gewährleisten, ist es, die Fachkenntnisse der Fachmitarbeiter der abschließenden Regressionstestphase nicht nur im Abnahmetest sinnvoll zu nutzen: Die Ressource „Fachtester“ mit ihrem spezifischen Fachwissen ist effizient auch in den vorgelagerten Testphasen einsetzbar.

 

> Abbildung 2 "Fachlicher Testanalyst als Bindeglied" anschauen

 

Hierzu sollte der Fachbereichstester sein „Testhandwerkszeug“ auf die jeweilige Meldung und die Umsetzungsanforderung in der gesamten Teststrecke einbringen. Ein eigenes fachliches, meldungsspezifisches Testkonzept ist auf Basis der Release-Themen bzw. der vom Projekt vorgegebenen Tracebility-Liste zu entwickeln.

 

Dieses Testkonzept beinhaltet zum einen das Testvorgehen auf Ebene der Meldewesen-Anwendung inklusive der Eingangsschnittstellen. Zum anderen sollte die Einbindung des Fachbereichstesters mit dessen speziellen Fachkenntnissen in die vorgelagerten Teststufen erfolgen, soweit sie diese Meldung betreffen. Ziel sollte es sein, Testunzulänglichkeiten in der Teststrecke durch sein/ihr Fachwissen aufzudecken und frühzeitig Korrekturen im Testvorgehen zu ermöglichen.

 

Dies kann durch die Bildung von gemeinsamen Tester-Teams aus Fachbereich und IT zu einer bestimmten Projektumsetzung im Meldewesen-Projekt sowie die gemeinsame Spezifizierung des Testvorgehens und umfängliche Kommunikation während des Testdurchlaufens erfolgen.

 

> Abbildung 3 "Mitwirken des Fachbereichs-Testanalyst" anschauen

 

Zur Umsetzung der erweiterten Rolle des Einsatzes des Fach-Experten im Test ist zunächst das Zielbild des Tests, das generelle Testvorgehen und die Erwartungen an das Testpersonal bei den entscheidenden Führungskräften auf den Prüfstand zu stellen. Das Testvorgehen ist gegebenenfalls anzupassen: eine gemeinsame Bestandaufnahme inklusive des Herausarbeitens der Schwachpunkte ist vorzunehmen, und die Bereitschaft für Veränderungen sollte bei allen Beteiligten sichergestellt sein.

 

> Abbildung 4 "Zielbild" anschauen

 

Eine vollumfängliche Wissengrundlage ist bei den Beteiligten herzustellen. Es muss ein gemeinsames Verständnis dafür vorliegen, was im Rahmen von Zeit, Budget und Ressourcen das erreichbare Ziel ist. Ebenso müssen sich die Beteiligten im Klaren sein, was in den Testumgebungen, mit der bisher vorhandenen Datenqualität und den eingesetzten Testtools umsetzbar ist.

 

Auf dieser Basis ist eine objektive Risikoeinschätzung der verschiedenen Testhandlungen vorzunehmen. Diese Einschätzung ist Basis für weitere Entscheidungen:  die Ressourcenzuordnung, die Abschätzung für eine Wiederholung des Testvorgehens unter veränderten Bedingungen oder die Akzeptanz von Ergebnissen im Rahmen des Testfortschritts.

 

Unverzichtbar ist die Bildung von Testteams aus Fach- und IT-Experten aus verschiedenen Bereichen, deren Mitglieder die Rollen und Aufgaben kennen sowie die Folgen ihres Handelns abschätzen können. Die Design-Anforderungen, die Mapping-Regeln, die Art und Zusammensetzung der Strukturdaten etc. sind allen interessierten Beteiligten zugänglich zu machen. Das gesamte Testvorgehen ist der Testgruppe entsprechend ihrer Umsetzungsaufgabe bekannt. Die abschließende Wertung des Testergebnisses ist nachvollziehbar vorzunehmen und allen Beteiligten mitzuteilen. Im Fall von Konflikten ist ein effizienter Eskalationsweg vorhanden.  

 

Der Einsatz von gebündeltem Spezialisten-Wissen aus den Ursprungs-, den Zwischen- sowie dem Endsystem, erlauben es frühzeitig, fehlerhafte Testansätze und Testergebnisse schneller zu erkennen und in frühen Testphasen Abhilfe zu schaffen. Hierzu kann der Meldewesen-Berater in seiner Funktion als Testanalyst wesentlich beitragen.

 

Sofern der Abnahme-Test durch den Fachbereich bisher strikt modular, mit Tests an der Schnittstelle des übergebenden Systems auf die Meldewesen-Anwendung beschränkt, ausgeprägt ist, kann der (interne) Fachmitarbeiter des Kunden im Rahmen des Know-how-Transfers durch die FINCON Unternehmensberatung zum Meldewesen-Test-Spezialisten ausgebildet werden. Das Testvorgehen der IT-Bereiche der Meldewesen-Anwendung inklusive der vorgelagerten Systeme wird durch fachlich fundiertes, methodisches Testvorgehen und das Einbringen von Meldewesen-Know-how verbessert.

 

Der erweiterte Ansatz im Testvorgehen stellt die geschickte Ausnutzung des Fachwissens des Fachbereichsmitarbeiters zur Gewährleistung der Testeffizienz dar. Somit ist ein Ansatzpunkt bei den Führungskräften im Fachbereich und auch in den Service-Providern auf der IT-Seite der Umsetzungsprojekte gegeben.

 

Das Autoren-Team besteht aus Heiko Barkowski, Guido Hack, Laura Kiel und Luise Wolff.

 

Heiko Barkowski verantwortet als Managing Consultant das Kompetenzcenter SAP Banking und ist als Projektleiter, Testmanager und Coach im Einsatz. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich von Test, insbesondere mit der Meldewesenanwendung Abacus/DaVinci.

 

Luise Wolff und Guido Hack sind als Junior Consultants mit Schwerpunkt "Testing AnaCredit (A360)" und "Abstimmung Einlagensicherung" bei FINCON im Einsatz.

 

Laura Kiel unterstützt als Consultant im Bereich Meldewesen und Testen mit Schwerpunkt "BISTA", "AnaCredit (A360)" und "Einlagensicherung".

 

 

 

 

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